Ein Wunder ist nötig

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Klimamarsch in Katowice © Mario Stankovic

Von 2. bis 14. Dezember fand im polnischen Katowice die 24. UN-Klimakonferenz statt. In deren Rahmen gab es auch ein fünftägiges Klimacamp mit rund 100 Jugendlichen aus 13 verschiedenen europäischen Ländern, organisiert von der „Coopération Internationale pour le Développement et la Solidarité“ (CIDSE), dem Dachverband der Katholischen Hilfswerke. Auch vier Österreicher/innen waren mit dabei. Ein Bericht von unserem Kollegen Daniel Ongaretto-Furxer.

Ich steige in Katowice aus dem Zug aus und nehme einen tiefen Atemzug. Der Geruch von Kohle liegt in der Luft und wird mich die nächsten vier Tage in Katowice begleiten. Kohle und der damit verbundenen erhöhten C02 Ausstoß ist ein großes Thema.Das polnische Katowice ist von 2.-14. Dezember Schauplatz der Klimakonferenz COP24.  Die heurige weltweite Tagung ist wahrscheinlich eine entscheidende Konferenz. Hier sollen die Maßnahmen zur Umsetzung des Pariser Abkommens von 2015 beschlossen werden. Wie erreichen es die einzelnen Staaten, das Ziel von maximal 1,5 Grad Erderwärmung bis Ende des Jahrhunderts umzusetzen?

Der Klimagipfel wird in einer Stadt ausgetragen, die traditionell zu den größten Kohleabbaugebieten Polens gehört. Sicher: Viele Untertagbauminen wurden bereits geschlossen, Katowice wendet sich mit der Ansiedlung von Hochtechnologiekonzernen dem 21. Jahrhundert zu. Trotzdem: Polen bleibt das fünftgrößte Kohleabbaugebiet der ganzen Welt, nach Deutschland, China, Russland und den USA. Die politischen Vertreter/innen machen derzeit keine Zugeständnisse, auf Kohle als Stromerzeuger zu verzichten.

In der ersten Woche sah es nicht so aus, als könnte ein Durchbruch gelingen.

Aber zu guter Letzt ist ein Regelbuch zur konkreten Umsetzung des Pariser Klimaabkommens beschlossen worden. Das Regelbuch ist eine wichtige Etappe in der internationalen Klimapolitik, weil es die konkrete Umsetzung des Paris-Abkommens festlegt und damit über die Wirksamkeit der internationalen Vereinbarung mitentscheidet. Ist das die entscheidende Wende im Kampf gegen die Klimakrise? Um ehrlich zu sein: es sieht nicht so aus, die Politiker/innen agieren zu träge. Es ist viel zu wenig Mut im Spiel, von Aufbruchsstimmung keine Spur.

Beistand von Oben, Wandel hier unten

Ist jetzt Hoffnungslosigkeit angesagt? Moment – jetzt kommen wir als Kirche ins Spiel: Was uns Gläubige rund um den Globus auszeichnet ist doch, dass wir die Hoffnung nie aufgeben. Ich habe in Katowice etwas Entscheidendes gelernt. Nicht wir Menschen können alleine die Wende bewerkstelligen. Agata Wartak von der Global Catholic Climate Movement (GCCM) Polen formulierte es so: „Wenn wir Menschen glauben, dass wir das alleine schaffen können, dann irren wir uns. Ich bete und vertraue darauf, dass Gott einen entscheidenden Beitrag leistet. Er will, dass es uns gut geht und wir ein gutes Leben führen können. Wir als Klimaaktivist/innen werden müde, wenn wir denken, alles hängt von uns ab. Wenn wir beten können wir aber auf ein Eingreifen Gottes hoffen, auf ein Wunder also.“

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„Let us be protectors of  Creation“ – for the people – Wir sind das Wunder.   © Mario Stankovic

Wir sind das Wunder

In wenigen Tagen feiern wir, dass Gott Mensch geworden ist: Er legt die Welt in Kinderhände – Ein Flüchtlingskind, geboren in einer Krippe, kündet die große Veränderung. Wir sind seine Hände, seine Stimme – und die gilt es zu erheben. Beten, Kraft schöpfen, Welt verändern. Gehen wir es an. Unsere 85.000 Sternsingerinnen und Sternsinger, nehmen das wörtlich und zeigen uns was es heißt sich auf den Weg zu einer gerechten Welt zu machen.

daniel.ongaretto-furxer@kath-kirche-vorarlberg.at

 

 

 

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