#Rohstoffwende: Österreich muss umsteuern und Verantwortung übernehmen!

Nach dem Dammbruch in Brumadinho ist nichts mehr so, wie es einmal war. Foto: MAB

Zählt man alle Rohstoffe zusammen, verbraucht Herr und Frau Österreicher/in jährlich im Durchschnitt bei 18,8 Tonnen Material. Das entspricht im Durchschnitt etwa 51 kg pro Person und Tag. Hierzulande liegt der Verbrauch über dem europäischen Durchschnitt von etwas über 13 Tonnen pro Kopf.

Die Sache ist klar: Wir leben deutlich auf zu großem Fuß und auf Kosten anderer Erdteile: Bei Metallen liegt beispielsweise die Importabhängigkeit bei über 80%. Welche Probleme und welche Zerstörung wir damit „mitimportieren“ wurde uns im Rahmen der Veranstaltung #Rohstoffwende, die von der Dreikönigsaktion gemeinsam mit anderen Organisationen der Zivilgesellschaft am 4.3.2020 veranstaltet wurde, von internationalen Gästen deutlich vor Augen geführt:

Dom Vicente de Paula Ferreira, Weihbischof der Erzdiözese von Belo Horizonte (Brasilien) und Projektpartner der Dreikönigsaktion berichtete von den fatalen Auswirkungen des Bergbau-Desasters von Brumadinho vor etwas mehr als einem Jahr. Am 25.1.2019 brach der Rückhaltedamm einer Eisenerzmine. Eine Schlammlawine mit 11,7 Millionen Kubikmetern brachte 272 Menschen den Tod. 11 Personen gelten weiterhin als vermisst. Das Ökosystem des Paraopeba-Flusses, in dessen Flusslauf sich der Bergwerksschlamm ergoss, wurde weitgehend zerstört. Bischof Ferreira spricht in diesem Zusammenhang auch von einer „globalen Mitverantwortung“. Multinationale Bergbaukonzerne sollten stärker kontrolliert werden und auch die Abnehmer der Mineralien müssen mehr Verantwortung übernehmen.

Eine Chance dafür bietet die Neuausarbeitung der österreichischen Rohstoffstrategie, die von der Bundesregierung derzeit vorbereitet wird. In einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion wurde besprochen, wie es gelingen kann, Österreichs Rohstoffverbrauch in absoluten Zahlen zu senken und wie unsere Wirtschaft zu einer Kreislaufwirtschaft umgebaut werden kann. Hier gibt es viel zu tun: Laut „Circularity Gap Report“ aus dem Vorjahr ist Österreichs Wirtschaft derzeit nur zu 9,7% zirkular. Das heißt umgekehrt, dass derzeit über 90% der Rohstoffe weggeworfen, deponiert oder verbrannt werden.

Lesen Sie hier den ausführlichen Bericht zur Veranstaltung.

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